Gewaltprävention für Frauen

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Soll ich mich wehren?

Das ist eine Grundsatzentscheidung

Diese Frage sollte sich jede Frau mit einem klaren “Ja” beantworten.

Leider entspricht dies jedoch nicht der Realität.

Denn viele Frauen setzten sich mit diesem Thema nicht präventiv auseinander.

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Gewalt gegen Frauen im häuslichen Bereich

Rund 25 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren haben körperliche oder sexuelle Gewalt - oder auch beides – durch Beziehungspartnerinnen und Beziehungspartner mindestens ein- oder auch mehrmals in ihrem Leben erlebt. Dies zeigt die 2004 veröffentlichte repräsentative Studie “Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland”…………………………………..

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Bis vor kurzem wurde im Allgemeinen davon abgeraten sich zu wehren, da dadurch die Täter erst recht provoziert würden. Mittlerweile hat sich aber vor allem auf Grund von Polizeistatistiken die Erkenntnis durchgesetzt, dass Frauen die sich entschieden wehren, zu ca. 90 Prozent den Angriff abwenden oder zumindest die Folgen vermindern können. Die Polizei rät den Frauen mittlerweile dazu sich zu wehren. Die Verteidigung sollte aber besonnen erfolgen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Denn unter Stress ist man oft nur eingeschränkt oder gar nicht mehr handlungsfähig. Außer es stehen eingeübte Verhaltens und Handlungsmuster zur Verfügung, auf die „Frau“ zugreifen kann.

Womit Sie in einer Notfallsituation rechnen müssen:

  • Auch eine scheinbar harmlose Situation kann schnell eskalieren.

  • Nehmen Sie JEDEN Gegner ernst, auch wenn dieser harmlos erscheint.

  • Rechnen Sie nicht zwingend damit, dass Ihnen jemand zur Hilfe kommt.

  • Der Ausgang eines Kampfes wird in den ersten Sekunden entschieden.

Hat man als körperlich Unterlegener eine Chance?
Ja! Nötig ist dazu nur, dass wir unsere Chancen auch richtig nutzen. Es dürfte jedem einleuchten, dass ein Kräftemessen mit einem wesentlich stärkeren Gegner aussichtslos ist. Als körperlich unterlegene Person müssen Sie auf anderen Ebenen arbeiten. Durch das Ausnutzen seiner Kräfte und Attackieren seiner Schwachstellen lässt sich auch der stärkste Gegner bezwingen. Dies hört sich zwar an wie ein Zauberkunststück, kann jedoch von jedem mittels fachkundiger Anleitung durch einen Ausbilder/in erlernt werden. Speziell die so genannten „weichen Kampfkünste“ wie das Wing Tzun sind Systeme, die sich solcher intelligenten Ansätze des „Energie-Recyclings“ bedienen.

Wie beuge ich einer Konfliktsituation vor?
Über 90% aller Auseinandersetzungen und Delikte laufen einseitig ab: der Aggressor übt Gewalt aus, das Oper lässt dies über sich ergehen. Warum ist dies so? Es liegt daran, dass das Endergebnis in den meisten Fällen von vornherein auf psychologischer Ebene feststeht. Machen Sie sich den Ablauf einer Bedrohung bewusst:

Stufe 1: Blickkontakt und Einschätzung durch den Aggressor
Der Aggressor schätzt sein Opfer aufgrund der Ausstrahlung und Körpersprache ein. Ausweichende Blicke und unsicheres Auftreten des potentiellen Opfers veranlassen ihn dann den ersten Schritt zu tun.

Stufe 2: Verbale Äußerungen
Der Täter/Aggressor ist sich seiner Sache von Anbeginn noch gar nicht so sicher. Er möchte nun feststellen, wie weit er die Grenzen überschreiten kann und ob das Opfer ihm dabei Widerstand entgegenbringt. Beschimpfungen, Obszönitäten oder Anspielungen die wir gewähren lassen, werden als Zeichen der Schwäche interpretiert. Der Gegner fühlt sich bestärkt und setzt sein Vorhaben fort.

Stufe 3: Handgreiflichkeiten und Körperkontakt
Durch die ersten zwei Stufen bestärkt, setzt der Täter sein Handeln durch Übergriffe (Herumstoßen, Kragen packen, Betatschen usw.) fort. Lassen wir auch dies zu, fühlt sich der Angreifer vollends bestätigt und wird nun tun, was er eigentlich vor hat.

Stufe 4: Aggressive Handlungen
Durch den Aggressor eingeschüchtert verfällt das Opfer in einen schockähnlichen Lähmungszustand und ist dem Täter sozusagen ausgeliefert.

Fazit:
Wenn Sie in den ersten 3 Stufen auf allen Ebenen zulassen, dass der Täter Ihre unsichtbaren Grenzen überschreitet, unterstützen und bestätigen Sie ihn in seinem Handeln. Je weiter dieser psychologisch-körperliche Bedrohungsablauf fortschreitet, desto schwieriger wird es sein, ihn zu stoppen. Deshalb: wehren Sie den Anfängen und lösen Sie das Problem gleich zu Beginn. Geben Sie dem Aggressor auf körpersprachlicher und verbaler Ebene kund: „diese Grenze lasse ich Dich nicht überschreiten, d.h. ich lasse nicht alles mit mir machen“. Nur so vermeiden Sie eine weitere Eskalation, welche dann natürlich schwieriger zu lösen sein wird.

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